Unterschätze dich nicht – Tipps zur positiven Selbsteinschätzung!

Bist du ein kleiner Experte, wenn es darum geht, dich selbst zu unterschätzen? Also, ich war darin immer ziemlich gut. Gut ist in diesem Fall aber nicht gut. Denn persönliche Unterschätzung bedeutet, seine eigenen Fähigkeiten zu limitieren.

  • „Was, wenn ich die Erwartungen des Kunden nicht erfülle?“
  • „Ich kann das nicht, denn ich habe das noch nie gemacht!“
  • „Für den Job bin ich bestimmt nicht gut genug.“

Warst du auch schon öfter in Situationen, in denen dir solche Sätze durch den Kopf gingen? Und hast du am Ende des Gewissenskonflikts aufgegeben und dich kleingemacht? Dann drück bitte JETZT auf deinen inneren Alarm-Knopf und lies diesen Beitrag weiter. Denn ich führe dir nicht nur vor Augen, dass du mit dieser Einstellung wahrscheinlich…

  1. Chancen verpasst und
  2. dein persönliches und/oder berufliches Wachstum ausbremst.

Sondern ich gebe dir auch ein paar Tipps an die Hand, die ich selbst anwende, um meine Fähigkeiten selbstbewusster einzuschätzen und so mein Selbstwertgefühl nicht zu untergraben. Oder möchtest du dich weiterhin „unter Wert verkaufen“? – Sei es privat oder beruflich. 😉

Warum unterschätzt du dich?

Bevor es ans Eingemachte geht, ist es wichtig, dass du den Ursprung deiner Tendenz zur Unterschätzung kennst. Ich führe drei Faktoren auf, die großes Potenzial dafür bergen.

Angst

1. Möglicherweise ist es Angst: Angst vor dem Scheitern, aber genau so die Angst vor Erfolg. Angst ist enorm einflussreich, wenn du ihr Macht gibst. Angst vorm Scheitern, vor Enttäuschung oder vor negativem Feedback (beispielsweise) kann dazu führen, dass du dich kleinmachst und eine Herausforderung gar nicht erst annimmst. Wahrscheinlich hättest du diese (locker) gemeistert – und ganz tief in dir drin, weißt du das auch. Doch die Angst ist zu groß. Und sie hemmt dich, es überhaupt zu versuchen.

Verantwortungsbewusstsein

2. Die Neigung zur Unterschätzung kann auch in einem großen Maß an Verantwortungsbewusstsein verankert sein. Traust du dir zum Beispiel gewisse Dinge nicht zu, weil du Sorge hast, es könnte für andere negative Konsequenzen haben, wenn du sie nicht schaffst? Damit es nicht zu abstrakt klingt, hier ein Beispiel: „Ich traue mich nicht, die Teamleiter-Position einzunehmen. Denn wenn ich versage, leidet das gesamte Team darunter.“

Selbstwertgefühl & Glaubenssätze

3. Der dritte potenzielle Faktor ist dein Selbstwertgefühl. Wenn zu viele negative Glaubenssätze dein Selbstwertgefühl prägen, ist es nicht verwunderlich, dass du dich unterschätzt. Hier mal ein paar (extreme) Beispiele für solche negativen Glaubenssätze: „Ich bin nicht gut genug“, „Ich kann/schaffe das nicht“, „Ich habe nie Glück“, „Ich bin das nicht wert“, „Ich bin uninteressant“.
Vielleicht bist du dir über viele Glaubenssätze, die schon lange Zeit in deinem Kopf verankert sind, gar nicht bewusst. Fakt ist: Sie haben Einfluss auf dein Denken und Handeln. Deswegen lege ich dir ans Herz, dich damit auseinanderzusetzen. Denn, und das ist die gute Nachricht, du kannst sie mit Ausdauer zum Positiven wandeln.

Ist es in erster Linie Angst, übergroßes Verantwortungsbewusstsein oder sind es negative Glaubenssätze, die dazu führen, dass du dich klein machst? Oder vielleicht sogar etwas anderes? Im Grunde hängen all diese Faktoren miteinander zusammen. Doch wenn du den Ausgangspunkt kennst, ist es für dich leichter, an dir zu arbeiten.

5 Tipps zur positiven Selbsteinschätzung

Du kannst deine Selbsteinschätzung trainieren und positiv beeinflussen. Folgende Tipps helfen mir in Situationen, in denen ich an mir und meinen Fähigkeiten zweifle.

1. Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Diesen Trick wenden viele Menschen in meinem Umfeld an. Zurecht – denn er funktioniert. Wann immer du dir etwas nicht zutraust bzw. Angst vor einer neuen Aufgabe, einem neuen Job, einer Veränderung oder einer Entscheidung hast, stelle dir folgende Frage: „Was kann im schlimmsten Fall passieren?“ Und dann beantwortest du dir diese Frage selbst. Meistens stellst du schnell fest, dass selbst das Worst-case-Scenario gar nicht so schlimm ist. Und so relativiert sich deine Angst. Zumindest jedoch nimmt sie ab.

2. Dreißig Eigenschaften

Jeder Mensch ist gut in irgendwas. JEDER. Und wenn du an einem Punkt bist, an dem du das Gefühl hast, nichts zu können, wert- oder nutzlos zu sein, dann probiere diesen Trick aus. Schreibe 30 Eigenschaften auf, die auf dich zutreffen und positiv konnotiert sind. Schreibe alles auf, was dir in den Kopf kommt, selbst wenn es auf den ersten Blick lapidare Dinge zu sein scheinen. Zum Beispiel:

  • empathisch
  • verantwortungsbewusst
  • pünktlich
  • hilfsbereit

Das sind die ersten vier Eigenschaften, die mir gerade spontan zu mir selbst eingefallen sind. Fällt dir etwas auf? Das sind alles Adjektive. Das bedeutet: Wenn dir beispielsweise ab dem zehnten Stichpunkt nichts mehr einzufallen scheint, denk an alle möglichen Adjektive und schreibe jedes auf, das auf dich zutrifft. Selbst wenn es scheinbar selbstverständliche Dinge sind wie „freundlich“, „höflich“ oder „warmherzig“. Am Ende dieser Übung hast du einen Zettel voller Eigenschaften vor dir liegen, die dir vor Augen führen, dass du wertvoll bist. Und deswegen darfst du dich nicht kleinmachen! Lies dir immer wieder durch, welch tolle Eigenschaften du hast und wie du damit Menschen in deinem Umfeld bereicherst – ob privat oder beruflich.

3. Befrage Personen aus deinem nahen und fernen Umfeld

Die zuvor beschriebene Übung können wir verschärfen, wenn sie bei dir noch nicht den gewünschten Effekt erzielt. Dazu fragst du verschiedene Personen aus deinem Umfeld (nahes & entferntes), was dich auszeichnet. Du wirst von einigen Antworten überrascht sein. Und wahrscheinlich werden dir einige Personen Dinge sagen, die dir noch gar nicht bewusst waren. Nimm diese Aussagen ernst. Diese Menschen sehen diese Eigenschaften nicht ohne Grund in dir.

4. Schreibe deinen Lebenslauf

Ja. Diesen Tipp meine ich ernst. Egal, ob du dich für einen Job bewerben möchtest oder nicht. Schreibe deinen Lebenslauf – jedoch nicht auf die herkömmliche Art und Weise, sondern folgendermaßen: Schreibe zuerst jeden Job auf, in dem du schonmal tätig warst – vom Nebenjob während der Schule / des Studiums bis zum heutigen Tag. Und dann schreibst du hinter jeden einzelnen Job all die Aufgaben, für die du zuständig warst. Ein Beispiel aus meinem eigenen Lebenslauf:

Branche/Job: Redaktion & Lektorat

▪ Texterstellung für Print- und Online-Medien
▫ Kundenspezifsche und themenbezogene Magazin-Artikel
▫ Flyer- und Broschürentexte
▫ Pressemitteilungen
▫ Webseiten-Texte
▫ Blog-Beiträge
▫ Social-Media-Beiträge

▪ Durchführung von Lektoraten und Korrektoraten

▪ Kundenbetreuung
▫ Durchführung von Interviews und Beratungsgesprächen
▫ Angebotserstellung

▪ Content-Management mit WordPress
▪ Redaktionsplanung
▪ Bildrecherche
▪ Eventfotografie

Du wirst staunen, welche Kompetenzen du dir im Laufe der Zeit angeeignet hast!

5. Worauf bist du stolz?

Ganz zum Schluss setzen wir noch die Kirsche auf deine frisch gebackene Selbstwertgefühl-Torte. Beantworte bitte diese Frage: Worauf bist du besonders stolz?

Antworten wie „Auf nichts“ oder „Es gibt nichts, worauf dich stolz sein könnte“ zählen nicht. Denn jeder Mensch hat in seinem Leben schon etwas geleistet, was ihn mit stolz oder zumindest einem Erfolgs-/Glücksgefühl erfüllt hat. Das könnte beispielsweise eine besondere Leistung im Sport gewesen sein, ein ehrenamtlicher Beitrag, die Umsetzung eines eigenen Projekts, der Schritt in die Selbstständigkeit, das Erlernen eines Instruments … oder, oder, oder.

Wenn dir eingefallen ist, worauf du besonders stolz bist, gehst du noch einen Schritt weiter: Was war dafür erforderlich und was hast du dabei gelernt? Du wirst feststellen: Egal, was es ist, du bist daran gewachsen und du hast etwas dazugelernt.

Mach den Test!

Beweise dir selbst deine innere Kraft und nimm dir für die nächsten 30 Tage eine Challenge zu Herzen. Setze dir ein Ziel, das zum aktuellen Zeitpunkt zu hoch zu sein scheint. Und dann arbeitest du darauf hin. Wenn du dieses Zeil mit Ehrgeiz verfolgst und es ernst meinst, wirst du es erreichen! Vielleicht hast du mitbekommen, dass ich auf Instagram jeden Monat eine persönliche Challenge durchziehe. Ich hatte Mitte 2019 aus Spaß damit angefangen und dann gemerkt, welch positiven Einfluss diese Aktionen auf mein Selbstwertgefühl haben. Denn ich beweise mir jeden Monat aufs Neue, dass ich alles erreichen kann, was ich mir vornehme, wenn ich:

  • fest daran glaube,
  • Schritt für Schritt darauf hinarbeite
  • und meine Ziele nicht aus den Augen lasse!

Das meiste ist Kopfsache.

Und jetzt: GO! GO! GO!

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