Glücklich zu sein, ist eine Entscheidung – meine Story zur Pro-Aktivität!

Ich sitze in einem kleinen, einheimischen Restaurant in Chiang Mai (Thailand). Alle paar Sekunden höre ich das Motorengeräusch eines Rollers, der um die Kurve flitzt. Und in der Luft liegt schon dieser leckere Duft. Eine Mischung aus Kokosmilch, Curry und Zimt. Das triggert die Vorfreude auf mein vegetarisches Massaman-Curry. „HUNGER!“, höre ich meinen Magen innerlich rufen. Schließlich habe ich den ganzen Vormittag im Coworking Space gesessen und im Arbeitswahn die Zeit – und mein Hungergefühl – ganz vergessen. „Egal, das Essen kommt ja gleich. Und zwar hoffentlich noch bevor ich zur Diva werde“, denke ich schmunzelnd und meine es in dem Moment tatsächlich noch ironisch.
Die Kellnerin nähert sich meinem Tisch mit einer Schüssel in der einen, und dem Besteck in der anderen Hand. Endlich. Ich sehe den Dampf schon aus der Ferne aus der Schüssel empor steigen. „ENDLICH!“, höre ich auch meinen Magen rufen. Sie stellt das Geschirr ab. Mein Blick wandert in die Schüssel. Und noch in demselben Moment wird das Gefühl der hungrigen Vorfreude von Enttäuschung abgelöst. Das ist nicht das, was ich bestellt hatte! Die Mischung aus Hunger und Enttäuschung entwickelt sich innerhalb weniger Sekunden zu Frust und schlechter Laune. Und dann ist mir nichts mehr recht. Jeden gutgemeinten Beruhigungsversuch schmettere ich ab. Die Arme sind vorm Körper verschränkt und ich habe alles, aber keinen Hunger mehr! (Für dieses Verhalten schäme ich mich rückblickend!)

– So konnte es jedenfalls bis zum Januar 2018 schon mal ablaufen. Und diese Story ist nicht etwa ausgedacht, sondern wirklich passiert.

Einflüsse von außen hatten lange eine gewaltige Wirkung auf mein Verhalten und meine Laune. Seien es Klamotten aus einem Online-Shop, die mir nicht passen, oder, wie oben beschrieben, das Essen in einem Restaurant, wenn es nicht schmeckt wie erwartet (oder das falsche Gericht serviert wird). Von der einen auf die nächste Sekunde konnte meine Laune vom Dachboden in den Keller fallen. Damit habe ich mich nicht nur selbst gestresst, sondern auch die Menschen in meinem nahen Umfeld. Bei vermeintlichen Kleinigkeiten fängt es schon an. Und weil ich das ändern wollte, beschäftige ich mich seit Anfang Dezember 2017 intensiv mit dem Thema Pro-Aktivität.

Was bedeutet Pro-Aktivität?

Kurz angerissen: Pro-aktiv handelnde Menschen sind sich bewusst, dass sich ihr Verhalten und ihre Reaktionen von den eigenen Entscheidungen ableitet, und nicht von gegebenen Bedingungen. Sie erkennen ihre Freiheit zu wählen – und somit dass sie ihre Reaktion auf bestimmte Reize bewusst steuern können. Sie erhalten ihren Antrieb aus ihren Werten. Das Gegenteil von Pro-Aktivität ist Reaktivität. Reaktiv handelnde Menschen lassen sich dementsprechend von Gefühlen, Umständen oder ihrer Umwelt leiten, ohne vorher eine bewusste Entscheidung für ihr Handeln zu treffen. Das Modell der Pro-Aktivität wurde von Victor E. Frankl ins Leben gerufen.

Pro-Aktivität und „glücklich sein“

Du kannst also in jeder Situation entscheiden, wie du reagierst und somit auch, wie du du dich währenddessen und daraufhin fühlst. Um zu meinem einleitenden Beispiel zurückzukommen: Ich hätte in die Schüssel schauen und feststellen können, dass das falsche Gericht serviert worden war, und mir dann pro-aktiv z. B. folgende Reaktionsmöglichkeiten überlegen können:

  1. Ich gebe der Kellnerin nett Bescheid und bitte darum, das Gericht zu bekommen, das ich ursprünglich bestellt hatte.
  2. Einfach mal probieren! Vielleicht ist das Gericht mindestens genauso lecker – und so lerne ich schließlich sogar mal was Neues kennen.

Hätte ich Entscheidung Nr. 1 getroffen, hätte ich mir bewusst machen müssen, dass die Zubereitung eines neuen Gerichts natürlich nochmal eine Weile dauert. Hätte ich Entscheidung Nr. 2 getroffen, hätte ich mir bewusst machen müssen, dass das Gericht möglicherweise nicht genauso gut schmeckt, wie mein Wunschgericht. In beiden Fällen wären dies Konsequenzen meiner eigenen Entscheidung und kein Grund für miese Laune.

Was hat das Ganze nun mit dem Glücksempfinden zu tun? Ganz einfach, durch dieses Erlebnis wurde mir bewusst: Glücklich zu sein, ist genau so eine Entscheidung, die du pro-aktiv treffen kannst – und zwar in jeder Situation und zu jederzeit!

Ich kann wählen, unglücklich zu sein…

Glücklich zu sein ist eine Entscheidung Pro-Aktivität… oder ich entscheide mich einfach dafür, glücklich zu sein. Jeder hat die Macht, selbst zu entscheiden, in welchem Zustand er sich befindet. Falls du jetzt gerade unglücklich bist, hinterfrage deine Situation. Bist du mit deinem Job unzufrieden? Fühlst du dich in deinem Körper nicht wohl? Gibt es ungeklärte Probleme in deiner Beziehung? Nimmst du dir zu wenig Zeit für dich selbst? Egal, was es ist: Finde die Quelle deines Unglücksgefühls heraus und triff die notwendige Entscheidung, um das Gefühl ins Gegenteil zu kehren.

Für den Fall dass du rundum glücklich bist, reflektiere auf jeden Fall trotzdem deinen aktuellen Zustand und stelle dir folgende Fragen:

  • Sind deine Entscheidungen oft von anderen Menschen beeinflusst?
  • Fällt es dir in bestimmten Situationen schwer, die Kontrolle über deine Gefühle zu behalten?
  • Hängst du Fehlern bzw. den Konsequenzen (vermeintlich) „falscher“ Entscheidungen lange nach?

Wenn du, genau wie ich, mindestens eine dieser Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, lege ich dir ans Herz, die Pro-Aktivität-Challenge auszuprobieren. Dank dieser Challenge konnte ich mein Bewusstsein für mein Reaktionsverhalten und mein Glücksempfinden nachhaltig verändern und treffe mittlerweile viele Entscheidungen intuitiv pro-aktiv. Hier berichte ich von meiner 30-Tage-Challenge und erkläre, wie du am besten vorgehst.

Buch-Empfehlung für mehr Tiefe

Wenn du tiefer in diese Thematik eintauchen möchtest – und das lege ich dir wirklich ans Herz – dann gönn dir folgende Bücher.

Während sich das zweite Buch locker-flockig lesen lässt und dich dafür sensibilisiert, dass das Glück nicht etwa per Zufall in dein Leben stolpert, sondern bereits in dir steckt, ist das erste Buch eine anspruchsvollere Lektüre. Beide werden dein Leben nachhaltig verändern – insbesondere, wenn du die 30-Tage-Challenge daran anknüpfst. DO IT! Und entscheide auch du dich, glücklich zu sein. JETZT.

PS: Kurz nach meiner Challenge erlebte ich in Thailand ein weiteres Mal einen Restaurant-Fauxpas wie oben beschrieben. Dieses Mal blieb ich jedoch total entspannt und nahm die Situation einfach an. Es war so einfach! Wann immer ich über Pro-Aktivität und Glücksempfinden spreche, fühle ich mich innerlich nach Thailand in dieses kleine, lokale Restaurant zurückversetzt und lächle in mich hinein. Und ein wenig Appetit auf ein leckeres Kokos-Curry bekomme ich dabei hin und wieder auch.

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