„Bis ich dich wiedersehe“ Marc Levy | Rezension

Keyfacts

Titel: Bis ich dich wiedersehe
Autor: Marc Levy
Übersetzung: Bettina Runge und Eliane Hagedorn
Genre: Roman
Seitenanzahl: 299
Taschenbuch: 8,95 €
Verlag (der deutschsprachigen Ausgabe): Knaur Verlag
Deutsche Erstausgabe: 06/2006

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Inhaltszusammenfassung – selbstverfasst

Jonathan ist Kunstexperte aus Boston und hat sich auf die Werke des mysteriösen russischen Malers Wladimir Radskin spezialisiert. Gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Peter, einem Auktionator, reist er nach London, um fünf Gemälde des russischen Malers zu authentifizieren – darunter ein bislang geheimnisvoll verschollenes. In der Galerie, in der die Bilder ausgestellt werden, trifft Jonathan auf die Galeristin Clara. Zu ihr verspürt er schnell eine außergewöhnliche Anziehung. Je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto stärker wird das Gefühl, dass sie sich schon einmal begegnet sind – allerdings in einem früheren Leben…

Meine Meinung (ohne Spoiler)

Bei „Bis ich dich wiedersehe“ handelt es sich um eines dieser Bücher, mit denen ich erst warm werden musste. Ich bin froh, dem Buch eine Chance gegeben zu haben, denn ab S. 50 (ca.) hat es mir wirklich gefesselt. Obwohl es in dem Buch vor allem um eine außergewöhnliche Liebesgeschichte mit spirituellem Touch geht, hat mich die Side-Story rund um das mysteriöse, fünfte Gemälde des russischen Malers mindestens genauso begeistert.

Bei diesem Roman handelt es sich definitiv nicht um eine typische, schnulzige Liebesgeschichte. Es geht um die Frage, ob sich eine wahrhaftige Liebe über mehrere Leben hinweg immer und immer wieder finden kann. Die Idee ist gut. Die Umsetzung okay. Nach meiner ersten Begeisterung bin ich mit etwas Abstand doch der Meinung, dass der Autor nicht das volle Potenzial der Idee ausgenutzt hat. Im Nachhinein hätte ich mir vor allem mehr emotionale Tiefe gewünscht. Ich wäre gerne stärker in die Gefühls- und Gedankenwelt von Jonathan und Clara eingetaucht. Dadurch, dass der Autor nicht aus der Perspektive der Protagonisten, sondern als allwissender Erzähler schreibt, fehlt es hier eindeutig an Tiefgang. Eine richtige Bindung zu den Figuren konnte ich somit nicht aufbauen, da sie zu kühl und oberflächlich beschrieben werden.

Der Grund, weshalb mich das Buch dennoch wirklich gefesselt hat, ist daher ein anderer: Es hat Spaß gemacht, über das geheimnisvolle Gemälde mitzurätseln, während sich parallel das Puzzle um die vielschichtige Liebesgeschichte zusammensetzt. Darüber hinaus verschmelzen die beiden Plots im Leseverlauf geschickt miteinander, was die Geschichte umso spannender und runder macht. Auch das unerwartete Ende trägt dazu bei, dass ich das Buch unterm Strich wirklich gut finde.

Fazit zu „Bis ich dich wiedersehe“

Bei dem Buch„Bis ich dich wiedersehe“ von Marc Levy darf man keine großen Gefühle und tiefgründig beschriebene Figuren erwarten – sonst wird man enttäuscht. Denn das Buch nimmt die*den Leser*in nicht in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonist*innen mit. Stattdessen begeistert es mit einer vielschichtigen Geschichte, die zum Miträtseln einlädt und unerwartete Überraschungen bereithält. Wer mit dieser (oder besser gar keiner) Erwartungshaltung an das Buch herangeht, erkennt dessen Wert, obwohl der Autor das Potenzial nicht ausgeschöpft hat.

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