#5 Selbstzweifel und Sinnsuche im Business – Gedankenspirale stoppen


Gestern war so ein Tag, an dem die Stimmen in meinem Kopf mein Gefühl beherrschten. Oder anders gesagt: Gedanken-Folter sondergleichen. Es fing gegen 13 Uhr an – pünktlich zum Mittagstief. Ich hatte mir fest vorgenommen, nach dem Essen das nächste Interview für mein Buch zu verschriftlichen. Die Motivation hielt sich in Grenzen. Immerhin versuchte ich es und gab erst nach der Einleitung auf. Der Flow und die Freude am Schreiben fehlten und so entschied ich, den Text wann anders zu schreiben. Denn die schönsten Texte tippen meine Finger dann, wenn mein Kopf ausgeschaltet ist und mein Herz den Ton angibt. Gestern war jedoch das Gegenteil der Fall und mein Kopf feierte eine wilde Party. Die reinste Eskalation, die bis zum Schlafengehen eine Menge Chaos anrichtete. Was war passiert?

Wie funktionieren unsere Gedanken?

Ganz einfach: Ich bin zurück in den Modus gerutscht, zu glauben, meine Gedanken seien meine Identität. Dabei sind sie lediglich ein Mechanismus meines Körpers, dessen gutgemeinte Aufgabe es ist, Probleme zu lösen. Die Krux ist, dass sich dieser Part des Gehirns dabei all der Erfahrungen, Konditionierungen und Muster aus der Vergangenheit bedient. Und wenn die Gedankenspirale mit alten Denkmustern einmal anfängt, sich nach unten zu winden, kommt das Köpfchen richtig schnell in Fahrt und springt auf diese Achterbahn auf. Ich brauchte gestern scheinbar erst ein Youtube-Video, um zu verstehen, dass ich die Zügel an meine Gedanken abgegeben hatte.

Da ich mich leidenschaftlich gern mit dem Thema Selbstreflexion auseinandersetze, machte ich gestern genau das. Ich hinterfragte, was mittags passiert war, weshalb es zu diesem unfreiwilligen Umschwung meines Gemütszustands kam. Denn sobald ich mich ausgelaugt und gestresst fühle und mich bei selbstzerstörerischen Gedankengängen erwische, möchte ich der Sache auf den Grund gehen – und diesen so schnell wie möglich eliminieren. Denn klar: Ich bevorzuge es, glücklich zu sein und positive Gedanken zu denken.

Trigger durch Vergleiche mit anderen Business-Menschen

Ich hatte schnell auf dem Schirm, wo der Hase begraben lag. In meinem Kopf hatte sich die Spirale mit der Sinnfrage meines beruflichen Seins eingeschaltet. Vielleicht wurde sie durch das Podcast-Interview ausgelöst, von dem ich vorgestern in meinem Audio-Tagebuch erzählte. Vermutlich hatte mich dieses Interview aus der Bahn geworfen, weil ich mir die Webseite einer jungen Frau angeschaut hatte, die scheinbar mit ihren verschiedenen Leidenschaften beruflich erfolgreich ist.

Und vermutlich triggerte das die kleine, sinnsuchende Tabea in mir. Die Tabea, die nun schon seit anderthalb Jahren auf der Suche ist. Auf der Suche nach ihrer sinnerfüllenden Tätigkeit, mit der sie parallel auch finanziell endlich mal erfolgreich wird. Die Tabea, deren Wunschvorstellung es ist, auf introvertierte Weise ein Business zu führen, das ihr Freude bereitet, aber vor allem anderen Menschen hilft. Und das sie ganz obendrein natürlich auch mit genügend Geld versorgt. Scheinbar hatte sich die unerfüllte, suchende Tabea mit dieser Dame aus dem Podcast verglichen und war nicht nur inspiriert, sondern insgeheim auch frustriert. Und genau hier verbirgt sich die Ursache für die wiederkehrende negative Gedankenspirale.

Unklarheit und Suche nach Sinn im Business ruft Selbstzweifel hervor

Denn natürlich melden sich Zweifel zu Wort, wenn Unklarheit darüber herrscht, was denn nun diese Tätigkeit ist, die mich einerseits finanziell absichert und andererseits innerlich mit Sinn erfüllt. Und genau in solchen Momenten schaltet sich der Teil des Gehirns ein, der dafür zuständig ist, Probleme zu lösen. Dieser Teil des Gehirns ist bloß leider zu dumm, um zwischen Problemen zu unterscheiden, die er lösen kann und jenen, die er nicht lösen kann. Wie zum Beispiel meine vergebliche Suche nach einem sinnstiftenden Business. Mein Gehirn kann dieses Problem nicht mit Denken lösen. Vor allem nicht, wenn es dafür auf alte Denkmuster, vergangene Erfahrungen und Konditionierungen zurückgreift. Dieses Problem können nur meine Intuition und mein Bauchgefühl lösen. Und das funktioniert nun mal nicht sehr gut, wenn das Köpfchen laut um sich schreit. Denn der größte natürliche Feind unserer Intuition sind zermürbende Gedanken. Und innerer Stress. Dann stülpt sich unsere Intuition ganz schnell eine Decke über und versteckt sich solange, bis es innerlich wieder ruhig ist.

Ich kann meine Gedanken erziehen

Was habe ich also gemacht? Ich bin heute Morgen zunächst mit der Einstellung in den Tag gestartet, dass meine Gedanken nur Gedanken sind. Ich trainiere mich ab sofort bewusster darin, jedem aufkommenden negativen oder zweifelnden Gedanken, einen positiven gegenüberzustellen. Das ist natürlich ein Prozess und ich erwarte nicht von mir, diese Methode in jedem Moment 1a umsetzen zu können. Falls es die Selbstzweifel doch schaffen, sich durchzusetzen und die Gedanken in meinem Kopf laut werden lassen, habe ich Plan B: Ganz laut „Stopp“ zu sagen. STOPP STOPP STOPP! Im Grunde ist es mein Ziel, meine Gedanken zu erziehen. Ich versuche, sie ab sofort wie ein kleines Kind zu betrachten, das da oben hinter meiner Stirn sitzt. Und wann immer es anfängt zu motzen und zu jammern, maßregle ich es. Ich bin sehr auf den Erziehungsprozess gespannt.

Sinnsuche und Gedanken stoppen für innere Ruhe

Was nun meine Selbstzweifel zum Thema Leidenschaft und Sinn im Business betrifft, habe ich mich zurück auf den Boden der Tatsachen geholt und mir etwas eingestanden: Solange das Geld nicht stimmt und ich mich finanziell nicht entspannt zurücklehnen kann, ist es eine Einbahnstraße, zwanghaft nach einem sinnerfüllten Business zu suchen, das mich finanziell erfolgreich macht. Denn diese zwanghaften Gedanken führen zu nichts anderem als einer inneren Blockade, die einen Teufelskreis auslöst. Gefangen in Selbstzweifeln und der Suche.

Ich gestehe mir also selbst ein, dass ich zum aktuellen Zeitpunkt erstmal den Fokus darauf richten sollte, gezielt an dem weiterzuarbeiten, was ich bereits angestoßen habe, ohne alle paar Tage in die ausbremsende Sinnsuche zu rutschen. Dabei sollte ich aktuell den Fokus auf Wirtschaftlichkeit legen. Denn klar: Finanzieller Misserfolg trägt natürlich auch maßgeblich dazu bei, Selbstzweifel zu füttern. Nichtsdestotrotz schließt ein mittelfristiger Geldfokus für mich nicht aus, moralisch und seelisch hinter dem zu stehen, womit ich das Geld einnehme. Ich bin einfach so gestrickt, dass es mir wichtig ist, etwas Wertvolles und Hilfreiches zu leisten. Und genau das mache ich derzeit mit der Erschaffung meines Buchs. Aus diesem Grund werde ich ab heute aufhören, nach links und rechts zu schauen und fokussiere mich darauf, was ich vor zwei Monaten angestoßen habe: mein Buch über meine Krankheit.

100%ig committen und vertrauen, um weiterzukommen

Obwohl dieses Buch einen wichtigen und wertvollen Impact für die Welt haben wird, war mir die Vision bislang scheinbar zu klein. Ich hatte immer gedacht: „Tabea, da wartet was Größeres auf dich.“ Und so hatte ich die letzten zwei Monate nicht das 100%ige Commitment für mein Buch, weil ich parallel die ganze Zeit weiter nach DEM BUSINESS gesucht habe, nach dem angeblich mein Herz so laut ruft. Was für ein Quatsch. Ich bin aktuell gar nicht in der Situation, mir eine solche Einstellung erlauben zu dürfen. Deswegen sage ich jetzt STOPP zu meinen sinnsuchenden Gedanken und fokussiere mich auf das, was wirkliches Potenzial hat, zu einer Basis zu werden, die ich später immer noch ausbauen und erweitern kann.

Nur dann habe ich innere Ruhe und gebe meiner Intuition Raum, um sich entfalten zu können. Ich bin voller Vertrauen, dass sich auf diese Weise auch alles richtig entwickeln wird und dass ich die Dinge in mein Leben ziehen werde, die ich brauche und möchte. Ganz nach dem Gesetz der Anziehung. Darüber lohnt es sich auf jeden Fall auch mal eine separate Aufnahme zu machen. Für heute schließe ich diesen Beitrag aber erstmal mit der folgenden Message und einem Reminder ab:

Aufkommende Selbstzweifel sind nur die Stimmen meiner Gedanken, die auf der Suche nach einer Problemlösung sind und meine Intuition übertönen. Aber meine Gedanken sind nicht meine Identität. Und ich habe die Macht, sie in jeder Sekunde zu stoppen.

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